Segovia. Begrüsst wird man vom römischen Aquädukt, welcher davor stehende Menschen sehr klein erscheinen lässt. Unzählige Mauersegler schwirren hin und her und stossen dabei ihren typischen Ruf aus. Sie sind weder von den Besuchern beeindruckt noch von der McDonalds-Filiale, die unpassender nicht liegen könnte. Die Römer würden die Bude erobern und vernichten.
→ weiterlesenSpanferkel – mit Fuss
Der Wind mildert das Gefühl allzu grosser Hitze. Mittags benötigt man dennoch Schatten, um in Ruhe einen Kaffee oder ein Glas Wein zu trinken.
Sepúlveda ist einen Besuch wert, Pedraza umso mehr. Die steinernen Gassen und Häuser und die Burg bilden ein harmonisches Ganzes. An der Plaza Mayor säumen Wohnhäuser auf Stein- oder Holzsäulen zwei Seiten des Platzes, eine Seite wird von der Kirche eingenommen, die letzte Seite wird von einem strengen, herrschaftlichen Haus dominiert. Rote Geranien an den Fenstern bilden einen schönen Kontrast zu den gelblichen Steinquadern. Die Plaza Mayor wirkt leer bei unserem Eintreffen, eine Bar – mit Stühlchen an kleinen Tischen unter Sonnenschirmen – bietet einen willkommenen Milchkaffee. Geklapper von Störchen, deren Nester den Burg- und Kirchturm zieren, erstaunt mich immer wieder. So viele Störche!
→ weiterlesenDorf – mit Weinstube
Prádena. Ein vollkommen unscheinbares Dorf mit Kirchturm, auf dem Störche in ihrem Nest klappern. Es gibt eine wunderbare Weinstube, eine Apotheke und zwei Banken. Ein paar Restaurants – nur wenige wirken einladend. Und manchmal trifft man auf den Strassen Menschen. Die meisten Häuser scheinen unbewohnt; den Gärten nach zu urteilen, trügt dieser Anschein jedoch. Auf Stromleitungen zwitschern Vögel, auch mir unbekannte, und in kleiner Entfernung muhen Kühe. Um 11.20 Uhr ist es bereits so heiss, dass man freiwillig drin sitzt, in der kühlen Weinstube.
→ weiterlesenTeppiche aus Mohnblumen
Wie habe ich mir Kastilien vorgestellt? Karg, felsig, braun-grau. Was findet man vor Ende Mai? Weite grüne Landschaften, Hügel, Felder, unzählige Bäume. Grundfarbe der Dörfer: ocker.
Wie die Fahrt hierher, nach Prádena, ausgesehen hat? Unzählige Anpflanzungen von Weinreben, Obstbäumen, Olivenbäumen. Die Notwendigkeit der Bewässerung überall. Zig kreisende Milane. Helle Hügel, spärlich bewachsen, bei denen man nicht genau weiss, ob sie natürlich sind oder von Menschenhand aufgeschüttet. Teppiche voller dunkler Mohnblumen.
→ weiterlesenFlamingos und Pyrenäen
Vierhundert Kilometer von Orange nach La Seu d’Urgell: Auf dieser Strecke erlebt man Wunder. Man bewundert ja insgeheim die Leichtigkeit der südlichen Lebensart – wunderlich wird es, wenn das Auto vor einem das allzu leicht befestigte, kühlschrankgrosse Paket vom Anhänger verliert. Es purzelt auf die Schnelltrasse und überschlägt sich mehrmals, glücklicherweise nach rechts, hin zum Seitenstreifen. Der Fahrer wird es abholen können – wir können beruhigt weiterfahren.
→ weiterlesenKeine Sicht auf einen Gletscher
Nach zwölf Jahren erneut in Orange – diesmal mit Übernachtung als Zwischenstation nach Spanien. Das Hotel heisst Le Glacier. Obwohl wir ein Zimmer mit Balkon und Aussicht haben, ist kein Gletscher zu sehen noch zu spüren. Draussen sind 32 Grad, glücklicherweise weht ein leichter Wind.
→ weiterlesenPérouges – wie lange ist hier geöffnet?
Das mittelalterliche Städtchen Pérouges wurde als einer der schönsten Orte Frankreichs ausgezeichnet. Wir erreichen es nach 11,5 Stunden Fahrt auf Landstrassen Richtung Ferienziel Kastilien. Wir bekommen ein Zimmerupgrade in der Hostellerie und übernachten im roten Himmelbett in einem herrlich altertümlichen Raum mit blauen Tapeten und knarzenden Holzdielen. Man könnte sich am Bleiglasfenster auf Steinbänkchen niederlassen und in das Gärtchen schauen. Wir bevorzugen aus Neugier einen Spaziergang. Ein Steindorf mit Steinbrunnen und steingepflasterten Wegen und etlichen Rosenbüschen in weiss und rot, nicht duftend, aber wunderhübsch.
→ weiterlesenTessin – ohne vierten Tag
Es ist Sonntag. Ich bin wieder da, im Kaffee Klatsch, nach drei statt nach vier Tagen im Tessin. Ich wage zu behaupten dass ich sowohl körperlich als auch geistig geschaffter bin, als nach der Woche «Berliner Höhenweg». Wie das kommt? Verstehe ich nur zum Teil.
→ weiterlesenEnde in der Karl-von-Edel-Hütte
25. Juli, 15.26 Uhr, Karl-von-Edel-Hütte. Die letzte Nacht in der Hütte auf dem Berliner Höhenweg. Das ist gut.
Heute Mittag in Mayrhofen ist die Stimmung in der Gruppe auf null gesunken. Es hat nur wenig gefehlt, und ich wäre vorzeitig abgereist. Weil es mir zuwider war, weiterhin mit Leuten an einem Tisch zu sitzen, die lauthals kritisieren, jedoch nie zugeben würden, dass sie für diesen Höhenweg ungeeignet sind. Nun gut, letztendlich bin ich mit auf die Hütte, um den Abend, die Woche mit Anstand zu beenden.
→ weiterlesenSchneehase in der Kasseler Hütte
24. Juli, 16.18, Kasseler Hütte. Die Gaststube ist holzgetäfelt, urig-gemütlich, im Ofen brennt ein Feuer, ausgestopfte Bergtiere zieren die Wände: Gemse, Marder, Hermelin, Eule, Rabe. Nur der Schneehase sitzt neben dem Ofen. Er sieht so lebendig aus, dass ich ständig meine, er würde gleich losspringen.
Draussen umhüllt dichter Nebel (oder Wolken?) das Gebäude. Für heute war Regen angekündigt – und er kam. Gleich morgens beim Loslaufen war es nass, später liess es etwas nach. Das war gut, denn etliche Bäche waren zu durchqueren, sie waren bereits wild, und noch mehr Wasser hätte es uns wahrscheinlich unmöglich gemacht, hinüberzukommen.
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