Einmal duschen in Brissago

Ich sitze im Café in Chur und nicht an der durchaus attraktiven Promenade in Brissago, wo in der Tennisbar mit grossen Schildern auf Barzahlung aufmerksam gemacht wird. Sowohl in Franken als auch in Euro.

In Brissago habe ich im gebuchten Zimmer geduscht, nach einer Stunde im Garten mit Aussicht und vielen Ameisen die zuständige Dame angerufen, sie kommen lassen, den kompletten Betrag für eine Woche bezahlt, und bin gegangen.

→ weiterlesen

Würfelnatter auf Fischfang

Es ist wundervoll, ein Zimmer zu haben mit einem breiten Bett und einer Dusche. Der Duschvorhang bleibt einem regelmässig am Hintern kleben, da Platz Mangelware ist. Dennoch, wundervoll. Die Fenster- und Türläden bleiben tagsüber geschlossen, man bewegt sich im Dämmerlicht, die Hitze würde sonst sogar die Trockenblumen zum Welken bringen. Auch das ist zu meistern. Tritt man vor das Zimmer, entkommt man der Natur auch hier nicht. Ich spreche nicht von Palmen, Oleander oder Kastanienbäumen, dem rauschenden Bach oder dem Farn im leichten Wind. Oder den grünen Bergen und dem blauen See. Den riesigen Hortensien, wildem und nicht wildem Wein und den wunderbaren Hibiskusblüten. Ich spreche von meinen unzähligen Stichen und Bissen, welche ich erleide. Zero Bite heisst mein Abwehrmittel, die Tierchen hier können aber nicht lesen. Auch die Würfelnatter im Lago hat mich überrascht. Ich konnte sie beim Fischfang beobachten, fasziniert-furchtsam habe ich gestaunt. Auch der zauberhafte Platz am kühlen Wasser neben der alten Mühle besitzt nicht Zauber genug, um Stechendes abzuhalten.

→ weiterlesen

Am Bach, am kühlen Bach

Die Wärme um 17.30 Uhr ist alles umhüllend, auch im Schatten. Ich habe eine Bluse ausgewaschen und über einen Stuhl gehängt, im Innengärtchen. Dieses Gärtchen ist durch den Schatten dreier Mauern geschützt, ein Olivenbaum und Palmen im Blumentopf zaubern südliche Atmosphäre. Von hier aus hört man den schnellen Bach, er rauscht Tag und Nacht. Die Ufer sind gesäumt von grossen Laubbäumen und Palmen. Nimmt man Platz auf einem grösseren Stein, ganz nahe am Wasser, verschwinden alle Geräusche – bis auf das laute Plätschern des Baches, der sich teils als Wasserfall zum See hin ergiesst.

→ weiterlesen

Bellavista in Sant’Abbondio

Ich bin geflüchtet – na gut, gegangen – und sitze nun auf der Terrasse der Bar Tennis in Vira, Gambarogno. Man darf die Bar auch ohne Tennisschläger betreten, dank dieser Info aus Rezensionen traue ich mich dahin. Es ist nämlich Zeit zu verbringen, bis der selten erscheinende Bus für die Weiterreise da ist.

→ weiterlesen

Zu viel Natur

Nennt mich einen Feigling, aber ich suche das Weite. Morgen.

Gestern nachmittag kam Regen, lange und abkühlend. Ich habe mich unter zwei Decken versteckt und bin sogar eingeschlafen. Dann hörte es auf und es kam der Wind, heftiger Wind. Er hat alle Wolken vertrieben, aber auch das Zeltvordach in Mitleidenschaft gezogen. Ich musste den Bauern holen; wir haben es eingerollt und befestigt. Geschlafen habe ich im Dachstuhl des Pavillons, geschützt vor dem Rütteln und Schütteln des Zeltes. Die Decke musste ich allerdings bis über die Ohren ziehen, zu heftig war der Luftzug durch die Ritzen, gewaltig also die Windböen. Ich habe gut geschlafen.

→ weiterlesen

Schlaflose Nacht

Ich schaue immer wieder in die Ecke des Gartens, wo ich gestern die Gelbgrüne Zornnatter entdeckte. Zwei kleine Vögel mit rötlicher Brust piepten ganz aufgeregt vom Zaun herab. Warum?, fragte ich mich und blickte in ihre Richtung. Da! – die Schlange, lang und geschmeidig. Weil meine Furcht die der Vögelchen übertraf, hob ich zwei Steine auf und verjagte den Feind damit. Allerdings nicht aus meinen Gedanken. Tagaktiv und für den Menschen ungiftig (laut Google), nachts schläft sie. Aha, also steigt sie wohl nicht die Steintreppen hoch, um mich in der Dunkelheit im Zelt zu überraschen …

→ weiterlesen

Alles ist unmittelbar

Jetzt, da man die Hitzewelle bräuchte, ist sie weg. Ich bin bis halb acht im Zelt liegen geblieben, unter der Decke, es wäre draussen noch zu kühl gewesen für einen Kaffee in der Sommerküche. Aber dann – ich hatte keine Geduld mehr – raus aus den Federn, und mit Hilfe des Gaskochers die Bialetti in Gang gesetzt. Feiner Mokka. Unter dem Vorzelt bei Vogelgezwitscher in aller Ruhe Kaffee geschlürft.

→ weiterlesen

Müder Käse und Plumpsklo

Da ich gerade keinen Prosecco habe – ein kleines Glas würde reichen –, nasche ich Käse. Ich bin in Braggio, es ist 16.16 Uhr und es regnet. Das Gläschen würde ich trinken als Start in zehn Tage «Natur pur». Der Käse schmeckt allerdings sehr gut und hilft auch anzukommen.

Wie meistens am ersten Tag irgendwo alleine am Ferienort, beschleicht mich der Gedanke: Was tust du hier? Insbesondere jetzt heftig, da Wandern nicht möglich ist. Die Frage lasse ich unbeantwortet, ich kenne sie mittlerweile und nasche also weiter Käse.

→ weiterlesen

Ein Braulio in Arvigo

Und jetzt? Arvigo. Als Zwischenstation vor dem Aufenthalt in Braggio. Die Hitze ist erträglicher als in Tegna, das Zimmer deutlich kühler, ein Fast-Sterben in der Nacht wohl ausgeschlossen.

Die Unterkunft Ai Cav Calanca ist ein äusserst gelungen restauriertes Haus. Die Dielenböden sind zum Streicheln schön, alte Steintreppen führen hoch in die Zimmer, in denen sofort auffällt, wie die Wände gestrichen sind: wie übriggeblieben aus alten Zeiten. Altmodischer Lichtschalter neben der Tür, hochmoderne Lampen über dem Bett. Ein Espresso als Willkommen, dazu ein freundlicher Hund, der sich streicheln lässt. Mineralwasser im Garten, der umrahmt ist von Arvigo-Gneis; Wasser plätschert, ein Baum spendet Schatten.

→ weiterlesen

Pilat und Fursac

Was ein kleiner Zwischenstopp auf dem Weg Richtung Zuhause sein sollte, entpuppt sich als grossartige Sehenswürdigkeit: die Dune du Pilat, die grösste Wanderdüne Europas. Besucher pro Jahr: mehr als eine Million. Als wir ankommen, sind sie noch nicht da. Wir erklimmen die Düne elegant auf einer Treppe und teilen sie mit ganz wenigen Menschen. Genuss pur, und Staunen. Die anderen Menschen begegnen uns auf dem Rückweg. Na sowas, sage ich wiederholt, da sitze ich bereits wieder im Auto. Na sowas!

→ weiterlesen