Was ein kleiner Zwischenstopp auf dem Weg Richtung Zuhause sein sollte, entpuppt sich als grossartige Sehenswürdigkeit: die Dune du Pilat, die grösste Wanderdüne Europas. Besucher pro Jahr: mehr als eine Million. Als wir ankommen, sind sie noch nicht da. Wir erklimmen die Düne elegant auf einer Treppe und teilen sie mit ganz wenigen Menschen. Genuss pur, und Staunen. Die anderen Menschen begegnen uns auf dem Rückweg. Na sowas, sage ich wiederholt, da sitze ich bereits wieder im Auto. Na sowas!
→ weiterlesenFrühstück mit hellblauem Tablett
Guten Morgen. Ich betrete den Frühstücksraum als Erste, suche mir einen Tisch aus und lasse einen Espresso per Knopfdruck raus. Die kleine Tasse wärme ich vorher mit heissem Teewasser – es ist leicht angefärbt, die Kanne enthielt wohl davor Filterkaffee.
Es dauert nicht lange, und etliche nicht mehr ganz junge Sommerurlauber in Shorts und Sandalen betreten den Raum. Es wird ausgiebig, aber rasch gefrühstückt, offenbar stehen Aktivitäten bevor. Es irritiert mich, dass hellblaue Plastiktabletts bereitstehen, mit Hilfe derer man seinen vollgeladenen Teller zu Tische trägt. In der Kantine verwende ich das gerne, aber hier weigere ich mich. Probiere etwas Käse und Baguette: lecker.
→ weiterlesenBiscarrosse-Plage
Wir verlassen Pineda und das schöne Casa Naturae mit seinem munterem Bach, in dem eine kleine Schlange lebt, einen Tag früher. Auf Richtung Frankreich!
Durch die Rioja unter dunklen Wolken und über die Berge ins Baskenland. Die Autobahn bringt viel Zeitersparnis, ist allerdings grässlich: schmale Fahrstreifen, kurvig, voller Lastwagen, rechts und links Wohn- oder Industriegebiete, deren Anblick noch zusätzlich stresst. Dann endlich Frankreich. Wechsel auf die Landstrasse, die Vegetation verändert sich, Alleen von riesigen Platanenbäumen, erste Palmen, grossartige Hortensienbüsche, weisse Häuser mit roten oder grünen Verzierungen. Bei Biarritz ein erster Blick auf den Atlantik im Vorbeifahren.
→ weiterlesenPilger mit Jakobsmuschel
Auf der Fahrt nach Burgos haben wir tatsächlich Pilger gesehen, mit Hut und Rucksack und Stock und auch mal mit Jakobsmuschel am Rucksack baumelnd. Echte Pilger – es gibt sie also. Meist einzeln, hie und da zu zweit oder dritt, meistens Frauen. In Burgos selber sind sie natürlich auch bei der Kathedrale zu sehen.
→ weiterlesenKeine Häppchen zum Kaffee
Es ist Sonntag im Dorf Pineda de la Sierra, und ich sitze im Restaurant an der Hauptstrasse, es ist das angenehmere der beiden Lokalitäten des Dorfes, beliebt bei Fahrrad- und Motorradfahrern, die sich mit einem Getränk erfrischen und dann sportlich weiterziehen. Ein Springbrunnen verziert den kleinen Platz, Spatzen baden darin, zum bestellten Bier gibt es keine Häppchen mehr, auch keine Schweineschwarte, nicht einmal eine Olive. Anderer Landstrich, andere Sitten. Bestellen kann man natürlich, kleine Leckereien, die jedoch mittags ausgehen, und als Nachschub gibt es nur noch fette Kartoffelwürfel, bestäubt mit Paprikapulver. Oder Chips aus der Tüte. Gut dass ich früh dran war …
→ weiterlesenKlangteppich
Vinarte. Kaffee und Omelette zwischen den Dorfbewohnern, der letzte Tag in Prádena, daher unbedingt ein Frühstück hier. Eine schlichte Halskette habe ich erworben, Lederband, daran ein goldenes Stechpalmenblatt, man ist ja so stolz auf seinen Stechpalmenwald hier …
→ weiterlesenMadrid
Madrid! Ja, Madrid. Man fährt eine gute Stunde, und dann spaziert man durch Spaniens Hauptstadt. Fand ich Barcelona (vor Jahren) schön, so besteht die Gefahr, dass man in Madrid mit geöffnetem Mund die Gran Vía runterläuft. Mit dem Kopf im Nacken schaut man sich die fantastisch hohen Häuserfassaden an und merkt, dass man noch lange nicht alles gesehen hat auf dieser Welt. Prachtvoll, die Gran Vía, und voller einkaufswütiger Menschen. Biegt man in die Nebenstrassen ab, ändert sich das Bild schnell: engere Gassen, billige Geschäfte und Schnellimbiss, das Gefühl, die Handtasche gut festhalten zu müssen.
→ weiterlesenAbwechslung mit Schlange
Es ist 15.35 Uhr und das erste Mal, dass man bereits um diese Uhrzeit in der Sonne sitzen kann und es angenehm findet. Im Schatten braucht man ein Jäckchen, es sind heute nur 25 statt 35 Grad zu verzeichnen. Am Himmel weisse Wolken vor blauestem Hintergrund, die dunkle Bergkette in der Ferne und die grünen Bäume in der Nähe bilden einen schönen Kontrast. Ländliche Idylle auch unterwegs, die Feldränder entlang schmaler Dorfstrassen sind mit leuchtenden Mohnblumen und strahlend blauen Kornblumen geschmückt. Die Äcker aus roter Erde wechseln sich ab mit hellgrünen Kornflächen und dann wieder mit dunkelgrünen Eichenhainen. Oft sind Kühe zu sehen, ihr Fell glänzt in der Sonne. Pferde erblickt man auch.
→ weiterlesenToilettenwasser mit Rosmarinduft
Es ist Sonntag, 9.30 Uhr. Draussen ist es angenehm, man kann durch das Dorf laufen, ohne sofort einen Schweissausbruch zu bekommen. An den Strassen parken seit gestern deutlich mehr Autos, Grosstädter in ihren Landhäusern, wohl aus Madrid. In den Bars und Restaurants geht es lebhaft zu, die Spanier reden ununterbrochen, möchte ich meinen.
→ weiterlesenNaschereien
Im Ferienhaus fliesst seit gestern abend kein Wasser. Ungeduscht und verschwitzt bin ich zum Hauptplatz gelaufen; die Zähne habe ich immerhin mit geschmolzenen Eiswürfeln geputzt. Das Wasserproblem betrifft offenbar nicht das ganze Dorf: Bei Vinarte gibt es Kaffee, und man darf auf die Toilette.
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