Toilettenwasser mit Rosmarinduft

Es ist Sonntag, 9.30 Uhr. Draussen ist es angenehm, man kann durch das Dorf laufen, ohne sofort einen Schweissausbruch zu bekommen. An den Strassen parken seit gestern deutlich mehr Autos, Grosstädter in ihren Landhäusern, wohl aus Madrid. In den Bars und Restaurants geht es lebhaft zu, die Spanier reden ununterbrochen, möchte ich meinen.

Gestern kam das Wasser zurück – Erleichterung! Man muss nicht mehr aus lauter Verzweiflung das Wasser aus der Vase mit Rosmarinzweigen verwenden zum Spülen der Toilette.

Im Garten des Ferienhauses steht mancher Baum. Mein Lieblingsbaum ist die Esche. In der Esche zwei Vogelhäuschen, in dem einen zieht eine Meise ihre Küken gross. Unter der Esche zwei Gartensessel. Darin kann ich Stunden verbringen im Schatten der unzähligen Blätter, die weich sind und im Wind nicht rascheln. Milane kreisen am Himmel, Vögel schwirren hin und her, Holzbienen knabbern an einer alten Holzbank, kleine Bienen summen schrill. Eidechsen lauern auf der Mauer, und in der Ferne bellt mal ein Hund, mal muht eine Kuh. Ich habe vier Bücher dabei, gelesen habe ich das Vorwort des ersten Bandes. Viel spannender ist es, den Naturgeräuschen zu lauschen, in der Nachmittagshitze im Schatten zu dösen, sofort aufzumerken, wenn eine leichte Brise kühlend über die Haut streift.