Nach zwölf Jahren erneut in Orange – diesmal mit Übernachtung als Zwischenstation nach Spanien. Das Hotel heisst Le Glacier. Obwohl wir ein Zimmer mit Balkon und Aussicht haben, ist kein Gletscher zu sehen noch zu spüren. Draussen sind 32 Grad, glücklicherweise weht ein leichter Wind.
Orange und das antike Theater – die Sehenswürdigkeit der Stadt schlechthin. Mittlerweile mit überteuertem Eintrittspreis und glattgeschliffenen Treppenrängen. Wir sind irritiert, sehr sogar. Das »antike« Gefühl will sich nicht mehr einstellen: Moderne Ton- und Lichttechnik über der Bühne, bei den oberen Rängen summende Elektrogeräte. Später erfahren wir, dass es nur vorübergehende Installationen waren … Die neuartige virtuelle Realitätsdarbietung entschädigt zum Teil.
Pastis im Schatten verkürzt die Wartezeit bis zum Abendessen. Wir speisen marokkanisch, links und rechts von uns wird deutsch gesprochen. Mit der linken Seite treten wir in einen netten Austausch, auch über Orange. Wir fühlen uns in unserer Annahme bestätigt, dass die Stadt ausser dem Theater nicht wirklich etwas zu bieten hat, auch nicht das Bild einer malerischen Ortschaft in der Provence.
PS: Die Erinnerung trügt. Auch vor zwölf Jahren haben wir im Theater schon Eintritt bezahlt.






Orange, Frankreich, 24. bis 25. Mai 2026

