Das mittelalterliche Städtchen Pérouges wurde als einer der schönsten Orte Frankreichs ausgezeichnet. Wir erreichen es nach 11,5 Stunden Fahrt auf Landstrassen Richtung Ferienziel Kastilien. Wir bekommen ein Zimmerupgrade in der Hostellerie und übernachten im roten Himmelbett in einem herrlich altertümlichen Raum mit blauen Tapeten und knarzenden Holzdielen. Man könnte sich am Bleiglasfenster auf Steinbänkchen niederlassen und in das Gärtchen schauen. Wir bevorzugen aus Neugier einen Spaziergang. Ein Steindorf mit Steinbrunnen und steingepflasterten Wegen und etlichen Rosenbüschen in weiss und rot, nicht duftend, aber wunderhübsch.
Abends und früh morgens wirkt der Ort verlassen, gleicht einem Museum, das tagsüber Besucher empfängt und in der Dämmerung schliesst. Krähen, Tauben und Spatzen erfüllen in diesen leeren Stunden die Gassen mit ihrem Flügelschlag und ihrem Krächzen, Gurren und Zwitschern. Die Abwesenheit anderer Geräusche lässt die Vögel umso lauter erscheinen. Vor dem Frühstück stehe ich alleine unter der alten Linde auf dem Hauptplatz und lausche.






Pérouges, Frankreich, 23. bis 24. Mai 2026

