Delikatessen in Verbania Intra

Das La Casera ist ein Delikatessenladen, in welchem Schinken von der Decke hängen. Schlaraffenland sozusagen.

Auf dem Weg nach Intra habe ich das mondäne Verbania Pallanza durchquert. Pallanza ist so hübsch, dass ich mich gefragt habe, wieso ich es noch nicht kannte. Na gut, ich wohne in Intra, im La Contrada, einem alten Stadthaus. Mein Einzelzimmer bezogen, mit Einzelfenster und Einzeldusche. Es wäre ungünstig, weiter an Gewicht zuzulegen mit solch einer Dusche.

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Die Römer und ich in Mergozzo

Es fällt mir ein, dass ich, obwohl bereits gestern eingetroffen, noch nichts über Mergozzo berichtet habe. Ständen da nicht italienische Schilder, könnte man sich auch irgendwo im Tessin wähnen. Die Art der Häuser, hauptsächlich Steinhäuser, abbröckelnder Putz, kleine und grosse Kirche, traumhafte Lage am See, natürlich auch ein, zwei Boote und eine Gelateria, nicht vorhandener Bürgersteig vom Bahnhof in den Ort, dann aber eine reizvolle Promenade am Wasser bis zu meiner Unterkunft La Quartina – da haben wir Mergozzo. Unterwegs Schwalben, Kormorane mit ausgebreiteten Flügeln in der Sonne, Enten, eine Wasserschildkröte. Die Terrasse des Hotels bietet die schönste Möglichkeit zu sitzen, etwas zu trinken, zu schauen oder nichts zu tun. Das Feriengefühl hat sich sofort eingestellt. Der Blick kann schweifen: Über den Lago Mergozzo, zu grünen Hügeln und Bergen, zum Dorf in gewisser Entfernung und zurück zu den Blümchen in der Vase auf dem Tisch. Die Kinder auf dem Spielplatz in der Nähe stören nicht. Wie kommt das? Die Gelassenheit ist hier viel ausgeprägter als daheim.

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Gallarate – schon davon gehört?

Genau 8 Uhr! Die Reise hat begonnen. Milchkaffee und Laugengipfeli mit Thon. Es ist sehr kühl draussen, ich kann mir gar nicht vorstellen, dass es heute 20 Grad werden sollen. Schlecht geschlafen habe ich, Niesen, Naselaufen. Versucht, das zu ignorieren. Rucksack gepackt (erstaunlich schnell). So leicht wie möglich, dachte ich mir, muss er sein. Ich werde auch zum Abendessen Wanderhosen tragen, die neuen, roten von Maier. Nach dem Packen habe ich noch ein Nickerchen gehalten – jetzt fühle ich mich etwas besser. Kurz vor neun startet der Bus nach Bellinzona. Sieben Tage zu Fuss von Mergozzo nach Gudo sind vorgesehen.

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Alter Schin

Bewölkt, ein paar wenige Velofahrer unterwegs. Regentropfen hie und da, nicht kalt. Hasen und Rehböckchen gesichtet, sehr aufmerksame Herdenschutzhunde bei ihren Schafen auch. Sie beeindrucken mich durch ihre Bereitschaft, die anvertrauten Tiere zu bewachen und zu beschützen.

Eine tolle Wanderung! Die Arena des Creux du Van, von oben betrachtet, ist sehenswert. Die bedrohlich wirkenden Felswände und Tobel des Schin sind nicht nur sehenswert, sondern lassen den Betrachter schrumpfen. Klein und ausgeliefert habe ich mich gefühlt angesichts dieser Naturgrössen und ihrer Wildheit. Die Felswand würde nicht nachschauen, ob gerade jemand unter ihr unterwegs ist, bevor sie abstürzt.

3. Mai 2025, Lantsch/Lenz – Cazis, 16,8 km, 3 Std 45 min

Zu früh im Tremondi

Vor fünf Jahren, fast taggenau, bin ich die gleiche Strecke langgewandert. An manches kann ich mich erinnern, an anderes nicht. Etappenweise erschien mir der Weg heute ein Spazierweg geworden zu sein, zwischen Seeanlegestellen, teils mit Laternen. Hübsch. Und verführerisch. Denn etliche sind in Turnschuhen unterwegs, wohl denkend, dass die gesamte Strecke eine Promenade sei. Es gibt etliche Auf- und Abstiege die zwar auch mit Turnschuhen zu meistern sind, leichtsinnig finde ich das allemal. Wieso verstauchen sich nicht mindestens 10% der Leute die Knöchel? Woher nehmen Rentner den Mut, die Strecke abzulaufen, obwohl sie ständig stolpern, und das mit Wanderstöcken? Übergewichtige schnaufen und krampfadergeplagte Gelegenheitswanderer kämpfen. Das Publikum hat sich verändert. Womöglich mittlerweile eine Must-do-Strecke in den sozialen Medien.

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Köstliches Frühstück, ganz schnell

Das war die heutige Tour: der Himmel bewölkt, die Wolken auf mittlerer Höhe, Regen blieb aus. Der Duft, die Farben des Frühlings berauschend, erinnere mich nicht, diese Jahreszeit je so intensiv erlebt zu haben wie jetzt. Unterwegssein ist wohl die Antwort.

Je öfter man unterwegs ist, desto mehr muss man feststellen, dass die dörfliche Schweiz nicht nur aus idyllischen Dörfchen besteht. Alte Häuser sind oft vertreten, in Strickbauweise, mit Holzbemalung oder mit unzähligen Plättchen bedeckte Fassaden. Etliche Gebäude in gutem Zustand, viele in kläglichem Zustand. Langweilige Neubauten, geschlossene Gaststätten, verlassen aussehende Bahnhöfe wirken trostlos.

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Steinbock-Zimmer im Rössli

Erneut hier, im Gasthof Rössli, zum Abendessen, Theater, Übernachtung. Der Weg hierher unter überwiegend bewölktem Himmel, was der Schönheit der Landschaft keinen Abbruch getan, sondern sie eher betont hat.

Ich sitze allein in der holzgetäfelten Gaststube, der Boden braune Dielen, die Wände weisses Holz, die Holzdecke blau-grün. Auf den Holztischen kleine Glasvasen mit frischen Zweigen und einzelner Tulpe. Die junge Dame im Service ist so steif und unterkühlt, dass ich befürchten muss, die Tulpen würden vereisen. So tun, als wäre sie nicht da, wäre wohl am besten. Die Stube so warm, die Frau so kalt.

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Bun di. Buna saira.

Langstrecke in der Surselva ausprobiert, laufen ohne Pause, Trinken erlaubt. Mein linkes Knie war am Ende nicht so begeistert von der Strecke wie ich. Ob ich es wiederholen würde? Ja, bis ins Dorf Surrein, begleitet von Vogelgesang und Grillengezirp. Und dieses Dorf, Surrein, sowas schon mal gesehen? Vom Aufbau her … nein. Man müsste alle Dörfer der Surselva besuchen und staunen.

Bun di. Buna saira. Regen kam erst abends in Chur, unterwegs Sonne, blauer Himmel, weisse Wolken.

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Gasthof Rössli in Mogelsberg

Am Ostermontag hätte ich am liebsten Tränen der Rührung vergossen; nicht wegen des Papstes Tod, sondern im Angesicht einer landschaftlichen Schönheit. Der hügelige, sattgrüne Landstrich voller Blumen, und öfter mit einem blühenden Baum, lässt die Seele nicht ohne Rührung hindurchlaufen – so empfinde ich das. Bis nach Mogelsberg eine frühlingshafte Wonne mit anschliessendem Cappuccino im Gasthof Rössli. Das Haus, die Speiseräume sind so gepflegt und hübsch, dass ich spontan frage, ob am nächsten Wochenende ein Zimmer frei sei, und ich reserviere eines. Es soll auch eine Theateraufführung geben und davor ein Drei-Gänge-Menü. Na sowas.

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Tösstal – überraschend schön

Wunderbar! Von M. geführt, drei Teilnehmer, eine Wanderung für die Sinne. Abseits vielbegangener Pfade, grüner Waldboden voller Blümlein, hohe Tannen, kleine Wasserfälle, Bächlein, spannende Felsformationen, Ursprünglichkeit an vielen Stellen, so wild, als wäre die Zeit stehen geblieben. Eine Ur-Natur, so kommt es mir vor, Plätze, an denen man Stunden verweilen möchte, weit weg vom Lärm, verbauter Landschaft und dem Alltag. Oft werden Touren zu «Kraftorten» angeboten. Da habe ich meine Bedenken … gezielt einen Punkt aufsuchen um «Kraft» zu empfinden? Ich meine, so etwas ergibt sich – so wie jetzt – oder eben nicht. Meine Seele ist also doch nicht blind.

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