Locronan – ein Bilderbuchdorf. Wüsste man nicht, dass es eine echte Siedlung ist, man käme auf den Gedanken, es sei ein Freilichtmuseum, um das idyllischste Dorf Frankreichs darzustellen. Granit bestimmt alles: Häuser, Strassen, Mauern, Kirche, Museum. Mehr oder weniger verwitterte Granitquader bilden die Gebäude, davor Rosen- und Hortensienbüsche und Gärten zwischen den Häusern. Ein Märchen.
→ weiterlesenGeköpfter Menhir
Wer hat schon von Kerlaz in der Bretagne gehört? Es befindet sich in der Nähe von Locronan – diesen Namen findet man in jedem Reiseführer. Wir haben unser dem Namen nach «verführerisches» Zimmer bezogen – es ist sehr stilsicher eingerichtet – und haben dann zwei Stunden bei Weisswein im Garten verbracht. So kommt man an.
Unterwegs hierher haben wir Meneham besucht. Angepriesen wird es als wiederhergestelltes Fischerdorf, vorgefunden haben wir ein Mini-Disneyland, völlig überlaufen. Am wunderschönen Strand in der Nähe wird die echte Schönheit der Natur wieder sichtbar. Strand fast weiss, riesige Granitblöcke, blaues Meer.
→ weiterlesenFarne und roter Turm
Ich muss Notizen machen, sonst geht alles vergessen. Man sieht und staunt Stunde um Stunde, Eindrücke überlagern sich, Tage verschmelzen.
Vorgestern nutzen wir die Zeit bis etwa 14 Uhr (so gut wie regenfrei), um die Gegend bei Saint-Michel-en-Grève zu erkunden. Kleine Wanderung durchs Grün oberhalb des Meeres, schmaler Pfad, ein Stück so ausgesetzt, dass jemand mit Höhenangst nicht weiterlaufen würde. Riesige Farne, Gräser bis zur Hüfte, Blick über das weite Wasser. Dann Strandspaziergang, es ist Ebbe, kaum andere Spaziergänger, Gefühl von Alleinsein im breiten Sandmeer. Weiter zu einer kleinen Bucht, die uns mit ihren Felsformationen überrascht; vulkanische Formen, bläuliche Farbe der Felsen. Herumklettern, staunen, Tümpel nach Muscheln oder sonstigen Tierchen absuchen. Weiter. Reste einer römischen Therme, wunderbarer heller Sandstrand, kleine Steilküste, hohe, schattenspendende Bäume. Hier hätte ich auch gerne «thermisiert», vielleicht mit ein paar zuckersüssen Weintrauben in greifbarer Essnähe. In geringer Entfernung ein kleiner roter Turm im Fluss, der zu diesem Zeitpunkt kein Wasser führt.
→ weiterlesenWeisse Häuser in Locquirec
Der Abschied von Chrystel aus dem B & B Alfred et Agatha (zuerst hatte ich gedacht, das seien die Inhaber, aber nein, Alfred Hitchcock und Agatha Christie sind gemeint) war ein wenig wehmütig; es hat sich angefühlt als würde man nach Hause abreisen, Urlaub vorbei … Ich habe mir ein paarmal vorsagen müssen: Aber nein, es geht weiter, nächste Station ist Locquirec. Chrystels Herzlichkeit, das wunderschöne Zimmer, das köstliche Frühstück … Danach hegt man die Befürchtung, dass kein weiterer Aufenthalt in der Bretagne so gelungen sein kann.
→ weiterlesenMonoton oder faszinierend: Saint-Malo
Ich habe es versäumt, den gestrigen Tag zu erwähnen. Ich hole es nach: Dinard, Saint-Malo, Garten.
Die beste Empfehlung ist, mit der Fähre vom eleganten Dinard nach Saint-Malo überzusetzen. Zuerst ein Spaziergang auf der langen, attraktiven Küstenpromenade von Dinard, Blick über das Meer Richtung Malo oder zu der einen oder anderen luxuriösen, von üppigen Gärten umgebenen Villa oberhalb der Promenade. Das Boot wählen – rote oder blaue Linie – und los geht’s. Leichter Wind, ein paar harmlose Wellen, das Boot schaukelt sanft, staunenswerte Ansicht vom Meer aus auf Saint-Malo, es dauert nicht lange und man ist dort. Vom kleinen Hafen betritt man durch eines der Tore die Stadt, auf Teilen der alten Befestigungsmauer kann man spazieren gehen. Hohe Stadthäuser, grauer Stein, weisse Fenstersprossen, etliche sehr breite Schornsteine, parallele Strassenzüge, Häuserfronten von gleichem Aussehen, immerhin eine Kathedrale im Zentrum. Freche Möwen, die ganze Stadt scheint von Wasser umgeben. Monoton erscheint die Architektur, und doch interessant. Wir bleiben nicht sehr lange, das empfohlene Restaurant lassen wir aus, zurück nach Dinard.
→ weiterlesenDinan – Motive für tausend Fotos
Trotz bewölktem Himmel und zögerlicher Sonne ein Tag, wie man ihn sich wünscht.
Fahrt nach Dinan. Die Altstadt liegt etwa 80 m über dem Fluss Rance. Schön finde ich, dass es unten an der Rance einen Port de Dinan gibt. Nicht nur Meereshäfen gibt es, sondern auch Flusshäfen – daran habe ich noch nie bewusst gedacht. Eine steile, gepflasterte Strasse führt hoch, links und rechts alte Fachwerk- und Steinhäuser, vor deren Fassaden man immer wieder stehen bleibt, sie bewundert und am liebsten einzeln fotografieren würde, so sehr schmeicheln sie dem Auge; denn oft ist es nicht nur die Bauweise, sondern auch die Rosenstöcke davor und auch der duftende Jasmin, die betören.
→ weiterlesenSchafe vor Le Mont-Saint-Michel
Suite Agatha, wunderschön, bis ins Detail geschmackvoll eingerichtet. Allerdings ohne Möglichkeit, die Sachen aus dem Koffer zu verstauen. Der Durchschnittsgast bleibt vielleicht ein Wochenende mit kleinem Gepäck.
Die letzten zwei Tage verschmelzen fast zu einem einzigen Tag voller Eindrücke, die man kaum noch auseinanderhalten kann.
→ weiterlesenNotre-Dame de Chartres
Da, in Chartres. Berühmt für die Kathedrale, Unesco-Welterbe, laut Wikipedia ein einflussreiches Beispiel der Gotik. Die Kathedrale ist beeindruckend! Stunden oder Tage bräuchte man, um sich all die Details anzuschauen. Ich begnüge mich mit einem ersten Durchgang; später, im schönsten Abendlicht, erneute Betrachtung von aussen.
→ weiterlesenAuxerre – mit Fachwerkhäusern
Auxerre, als Zwischenstopp mit Übernachtung gedacht auf dem Weg zum Mont-Saint-Michel, entpuppt sich als wundersam schöne Stadt. Nicht alle Häuser befinden sich in bestem Zustand, bei weitem nicht. Täten sie es – wir befänden uns in einer Bilderbuch-Altstadt! Fachwerkhäuser in allen Arten, Farben und Gestalten, man kann sich nicht sattsehen. Dazwischen Steinhäuser mit grossen Fenstern und ebenso grossen Holzfensterläden in pastellenen Farben. Enge, sehr enge Gassen und eine mächtige Kathedrale. Der helle Sandstein der Häuser und Kirchen blendet das Auge bis zu Tränen im Licht der durchbrechenden Sonne. Gerüche in den Strassen, die man so nicht kennt: modrig, blumig, fremde Speisen. Der Fluss Yonne fliesst träge dahin, und im Abendrot spiegelt sich darin die Kathedrale. Der Autoverkehr zum Feierabend rasant und laut in den engen Strassen, es heisst gut achtgeben bei jedem Überqueren oder Richtungswechsel. Nach 22 Uhr wird es ruhig.
→ weiterlesenWildschweine im Paradies
Still und heimlich auf die Frühstücksterrasse geschlichen. Ja, es gibt zwei Terrassen, eine mit Morgensonne, die andere für den Nachmittag. Noch niemand hier, Gezwitscher, in der Ferne Mopedgeräusche und ein vorbeifahrender Zug, Eichelhäher in unmittelbarer Nähe, die Weinberge ziehen sich fast senkrecht die Hügel hoch. Jetzt und hier kann ich erzählen von der Wanderung vom 14. Mai, Cannero – Ascona, 27,2 km, 6 Stunden 43 Minuten.
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