Schneehase in der Kasseler Hütte

24. Juli, 16.18, Kasseler Hütte. Die Gaststube ist holzgetäfelt, urig-gemütlich, im Ofen brennt ein Feuer, ausgestopfte Bergtiere zieren die Wände: Gemse, Marder, Hermelin, Eule, Rabe. Nur der Schneehase sitzt neben dem Ofen. Er sieht so lebendig aus, dass ich ständig meine, er würde gleich losspringen.

Draussen umhüllt dichter Nebel (oder Wolken?) das Gebäude. Für heute war Regen angekündigt – und er kam. Gleich morgens beim Loslaufen war es nass, später liess es etwas nach. Das war gut, denn etliche Bäche waren zu durchqueren, sie waren bereits wild, und noch mehr Wasser hätte es uns wahrscheinlich unmöglich gemacht, hinüberzukommen.

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Glück in der Greizer Hütte

23. Juli, Greizer Hütte. Bei schönsten Landschaftseindrücken, beim Spiel von Sonne und Wolken die Greizer Hütte erreicht – eine Etappe von grosser Erhabenheit der Natur. Das lässt viele Worte erst gar nicht entstehen. Es ist das Staunen, das alle Sinne beherrscht.

Zurück in die Wirklichkeit holt mich der Muskelkater in den Oberschenkeln, der sich deutlich bemerkbar macht, wenn ich die steilen Treppen hoch zum Zimmer oder runter zum Waschraum nehme.

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Huhn in der Berliner Hütte

22. Juli, 17.10 Uhr. Die Berliner Hütte ist wunderschön, gross (man kann sich darin verlaufen), besitzt traumhafte Holzvertäfelungen und Kronleuchter im Speisesaal, und es gibt heimelige Viererzimmer mit alten, hübschen Holzbetten, die allerdings etwas knarren, wenn man sich umdreht. Das Bergpanorama, von der Terrasse aus betrachtet, ist imposant, der Blick geht über Bergspitzen und Gletscher und steile Flanken, durchzogen von fallenden Bächen.

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Schwarzer Hund im Furtschagl-Haus

21. Juli, 16.34 Uhr, Furtschagl-Haus. Ein schwarzer Hund sitzt im Gastraum, auf der Sitzbank, auf einer Decke, und schaut sehnsüchtig durch das beschlagene Fenster nach draussen. An der Tür eine schriftliche Warnung: Wer den Hund rauslässt, muss draussen schlafen!

Ja, wir haben die zweite Station erreicht, nass bis auf die Haut, Wasser in den Schuhen. Schwapp, schwapp! Gab es in den ersten zwei Stunden nur kleine Regenschauer, so begann später der angekündigte Starkregen. Irgendwann war ich vollkommen durchnässt, es gab keine trockene Stelle mehr. Das macht es einfacher. Man überlegt nicht mehr allzu lange, wohin man tritt, wenn das Wasser in den Schuhen steht.

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Enzianschnaps im Friesenberghaus

20. Juli, 8.08 Uhr, Hotel Viktoria. Sehr lange und gut geschlafen, das Frühstück lecker, um zehn Uhr Treffen mit den anderen Teilnehmern an der Ahornbahn. Die Zeit bis dahin überstehen … Wie wird die Gruppe sein? Gerade starkes Gefühl von Alleinsein. Wie gerne hätte ich jetzt ein Gegenüber, um sich gegenseitig zu ermuntern.

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Schwarzwälder Torte in Mayrhofen

Ich habe mich – nach einer langen Zugfahrt – ins Café Kostner geflüchtet. Unter dem Titel «Kostner» steht: «Heimat». Ob Mayrhofen noch Heimat bietet, scheint mir unwahrscheinlich. Vielleicht findet man noch einen Hauch davon in einer alten Wohnstube, welche noch nicht in eine Unterkunft verwandelt wurde. Der erste Eindruck vom Ort: Restaurant neben Restaurant, etliche Sportgeschäfte, Souvenirläden und Hotels. Die schmalen Bürgersteige sind bevölkert von mehr oder weniger dicklichen Wanderern, hauptsächlich aber von schlendernden, eisschleckenden Feriengästen. Es ist ein sehr heisser, schwüler Tag, die Leute sitzen draussen, ich nehme im angenehm kühlen Inneren des Cafés platz. Tellergeklapper, dezente Gespräche, Biominztee und Schwarzwälder Torte erfreuen mich.

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Orchideen in der Rheinschlucht

Ich habe die Alpinwanderschuhe eingelaufen. Natürlich waren sie zu hart für die heutige Strecke, aber ich musste sie einlaufen. Die Füsse haben es deutlich gemerkt. Welche Erleichterung beim Ausziehen zuhause!

Was mir am meisten gefallen hat heute, unterwegs? Morgens der glitzernde Tau auf Gräsern und Blättern, teils sogar in Regenbogenfarben. Vogelgezwitscher. Drei Paare Eichelhäher in einem einzigen Baum. Der Reichtum an Blumen, Orchideen zuhauf, riesige Blätter von Huflattich, Schmetterlinge. Die ungewöhnliche Nähe zu den fast weissen Kreidefelsen und dem Blau des Rheins, blassblau, schnell fliessend, viel Wasser führend. Sehr wenige Menschen angetroffen, alleine durch die Wälder gelaufen, manches mal der Gedanke an Wolf und Bär. Letztendlich blieb alles friedlich, sonnendurchflutet, ein Sommertag.

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Betüddelt in Carnac

Heute geht es nach Auxerre, morgen nach Chur. Darüber freue ich mich, diesmal freue ich mich auf das Zuhause.

Carnac hat das Gesicht eines hübschen, gepflegten Badeortes mit attraktiver Promenade und hellem, schönem Sandstrand. Ein, zwei Tage hier, ja, gerne. Allerdings würde ich dann die Wildheit vermissen, die Wildheit der Natur, den Schlick, die schräg liegenden Boote, die angeschwemmten Algen, die zurückgebliebenen Tümpel. Die Felsen, Ebbe und Flut in grosser Ausprägung.

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Eckmühl mit Kronenhaube

Es regnet, mit Donner und Blitz, die Umgebung ist grau und finster. Heute fahren wir weiter nach Carnac, zu den uralten Steinen. Davor aber noch Frühstück.

Gestern einen spontanen Ausflug zum Leuchtturm Eckmühl in Penmarch gemacht. Imposant, hoch, steinern grau, mit weisser Krone. Treppen nach oben: 250 Stufen, eine wunderschöne Schneckentreppe, in einem Stück bewältigt. Ich hätte den Vorschlag, dass jeder der es schafft, alle Stufen ohne Unterbrechung zu nehmen, den Eintrittspreis erlassen bekommt.

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Zu den Pointes

Die Ferien neigen sich langsam dem Ende zu. Obwohl es noch heute und morgen gibt hier in der Bretagne, ist es doch wie vorbei. Allerdings – noch nicht!

Gestern haben wir eine wunderbare Tour zu den Pointes des Sizun-Gebietes unternommen. Der Himmel bewölkt, das Blau des Meeres verhalten. Die Landspitzen waren jeweils über kurze Wanderungen zu erreichen, durch Farn, über Felsen, durch Blümchengärten. Sehr wenige Menschen unterwegs, angenehm. Je weiter südlicher es geht, umso voller; wir verzichten auf den berühmten Pointe du Raz und begnügen uns mit den stillen Klippen und Bildern. Rückkehr und fauler Nachmittag im Garten.

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