Tag 6. Los mit Wanderführerin Ana Carla, von Vila do Bispo nach Cabo de São Vicente. Wunderbar.
Zuerst durch die ländliche Umgebung von Vila do Bispo, hügelig, zum grossen Teil nicht mehr bewirtschaftet. Feldlerchen, Ziegen, Schafe. Ein weisses Pferd inmitten einer braunen Kuhherde. Grosse, schwere, schöne Tiere, friedlich lagernd. Dann beginnt der Weg oberhalb der Küste, auf der Hochebene. Blicke in die Ferne oder auf beeindruckende Buchten. Felsen gelb, weisslich, schwarz, rot. Untergrund sandig, steinig; breit oder schmal der Pfad. Verkrüppelte Kiefern, auf dem Boden kriechender Wacholder, Lavendel, Thymian, Curryblumen, Zistrosen, Iris. Teils zusammengewürfelt, wie ein wunderbar gestalteter Garten. Möwenflug. Flug von Falken. Storchennest weit draussen, auf einer Felsspitze über dem Meer. An manchen Stellen befestigte Seile für die Fischer, die Muscheln sammeln, sich dafür die steilen Hänge runter- und raufhangeln. Lebensgefährlich! Eine Berufung, sagt Ana Carla. Ich frage sie, ob man guten Gewissens diese Muscheln im Restaurant bestellen kann. Ja, auf jeden Fall, ist die Antwort, die Männer tun das nicht des Geldes wegen, nicht allein, sondern aus Leidenschaft. Sie würden es so oder so tun.
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