Aber bitte mit Sahne!

Abseits der Autobahn versteckt sich so manches vergessene Kleinod. So wie Stendal in der Altmark. Hanseatisch anmutende Giebelhäuser, eine gewaltige Backsteinkirche, Rolandstatue (mit Indianerfedern auf dem Kopf?!) … Was man so alles entdeckt!

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Topf mit heissem Wasser

Dass ein Topf auf einem Holzherd wahre Freude bereiten kann, lässt sich im Winterraum einer unbewarteten Hütte sehr leicht nachvollziehen.

Ein kleines Abenteuer wollte ich bestehen: zwei Tage Schneeschuhlaufen mit Übernachtung in der Cufercalhütte, mir nicht unbekannt. Im Sommer war sie voller Leben und Arvenschnaps bei Sonnenuntergang. Jetzt aber, nach ein paar Stunden durch den Schnee, die Frage: Wie kalt würde es in der Küche sein? Und wie lange? Wie lange dauert es, bis ein Holzofen, der angefeuert werden muss, den Raum erhitzen könnte?

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Ladehalt an der Stadtmauer

Auf dem Weg nordwärts hat sich ein Zwischenstopp in Nördlingen angeboten, um aufzuladen. Schon zweimal hatte ich dort übernachtet, aber etwas ausserhalb und mit nächtlicher Ankunftszeit. Diesmal ist es Tag, wenn auch leicht verregnet, und ich möchte die kurze Pause endlich zu einer Besichtigung nutzen. Ich finde einen Parkplatz mit freiem Schnelllader direkt an der Stadtmauer. Wunderbar.

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Val Fex – zu ungewohnter Stunde

Einmal im Jahr, im Winter, ins Fextal, das muss sein.

Es war heute bereits 12.30 Uhr beim Losgehen Richtung Val Fex von Sils Maria aus. Ungewohnt spät. Eine Uhrzeit, welche üblicherweise etliche Spaziergänger und Langlaufspezialisten auf die Wege lockt. Nicht heute. Heute gehörte das Tal wenigen und mir.

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Ich gehe bis nach Rom

Den Burgenweg im Domleschg entlang bin ich gelaufen, wenig Steigung, 14 km, machbar auch bei angekündigter dunkler Bewölkung. Dass der Himmel dann oft blaue Lücken bot, durch welche die Sonne wie inszeniert einzelne Landschaftsflächen in schönstes Licht rückte, hat das Herz natürlich umso mehr erfreut. Die Augen hatten auch ihre Freude: die sich immer wieder öffnende Weite, im Vordergrund Wiesen von sattestem Grün mit schwarzen Kühen darauf und im Hintergrund eine weiss bepuderte Bergkette mit markantem Gipfel, letzterer mal umhüllt von weissen Wolken, mal frei sich zeigend in seiner gewaltigen Präsenz. Die Ohren, ja, für die Ohren gab es Kohlmeisengezwitscher, krächzende Raben und Eichelhähergezänk.

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Rotgoldene Lärchen

«Den Steinmännchen nach zum Munt Müsella» heisst die Wanderung, angeboten vom Wanderverein. Das hört sich verlockend an – den Steinmännchen nach? Ja, tatsächlich, es gibt für diesen Weg keine offizielle Wegmarkierung. Also, nichts wie hin!

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Wo ist Wildnis?

Die Stämme der Bäume im Auenwald sind schlank, sie stehen dicht beieinander, und oft sind sie leicht gebogen, als hätten sie unter dem Gewicht des Regens nachgegeben. Das Unterholz ist sehr dicht bewachsen, alles ist noch tropfnass. Vom Laub tropft es auf mein Gesicht oder auf eine Pflanze am Boden, dann erzittert ein feines Blatt, für einen Moment.

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Das lautlose Vergehen der Zeit

Ununterbrochener Regen, nicht heftig, aber da, deutlich erkennbar im Licht der Strassenlaterne, erkennbar im nassen Glanz der Strasse. Einen Kaffee trinken, auf dem Sofa, im Schlafanzug, es ist noch früh und dunkel, die Kuscheldecke warm und schwarz.

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Der Zug um 19.01 Uhr

Selbstverständlich verläuft der Alltag in ziemlich geordneten Bahnen, was auch gut ist – allzuviel Durcheinander würde uns ermüden. Wir nehmen den immer gleichen Bus, um die immer gleiche Zeit. Oder wir laufen die immer gleiche Strecke zur Arbeit oder zum Friseur. Praktisch und effizient, der Tagesablauf ist getaktet, und erst in den Ferien erlaubt man sich manche Eskapade.

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