Ich hatte fast vergessen, dass ich «frei» beantragt hatte. Das «Frei» genutzt, um nicht am Wochenende die überaus beliebte Jöriseen- sowie die Fünf-Seen Tour zu begehen. Ja, es hat sich gelohnt. Es gibt Augenblicke, in denen man vor Entzücken den Mund für einen Moment nicht schliessen möchte.
→ weiterlesenVon Kühen und Angsthasen
Von S-charl nach Il Fuorn: Das hört sich toll an; allerdings war es eine fehlgeschlagene Zweitagestour.
Ich bin nach S-charl ins Gasthaus Mayor gefahren. Der Abend wurde immer kälter, die Gaststube dafür immer wärmer.
→ weiterlesenSteinreiches Tessin
Ich sitze auf der steinernen Pergola-Terrasse in Auresio, Onsernonetal, Tessin. Hier ist Italien, nicht Schweiz, denkt man. Solche Lokalitäten habe ich auch in Griechenland gesehen. Der dickliche Koch ist am Schwätzen mit der älteren Dame des Hauses. Alles, die Lampen, die Stühle, die Tische sind alt und zusammengewürfelt. Auf dem Balkon meines Zimmers lagen ein Handtuch, Socken und ein Höschen, gewaschen, getrocknet und vergessen, wurde mir versichert. Die Hausdame ist sehr freundlich. Handtücher für mich habe ich aus dem Nachbarzimmer entwendet, die Tür stand offen.
→ weiterlesenSafiental
Es war wirklich schön.
Gestern abend haben mich grosse Zweifel gepackt. Warum wandert man? Aber dann müsste man auch fragen: Warum malen? Musik machen? Warum ein Buch lesen? Weil Gott den Menschen so geschaffen hat. Eine andere Erklärung finde ich nicht. Also wandert man, wandere ich durch Täler und über Berge, die auch geschaffen sind. Bewundernswert, die Schönheit der Schöpfung.
→ weiterlesenPanoramaweg Casaccia – Soglio
Die Sonnenterrasse Soglio liegt unter Wolken. Ein kleines, stilles Paradies ist es dennoch, die Aussicht, der Wind, das Zwitschern, italienische Sätze, die aus der Küche das Ohr des Gastes streifen.
Heute morgen wollte ich fast aufgeben: auf dem Panoramaweg Kühe! Ich habe mich gefürchtet, bin über Wiesen einen Umweg gelaufen und später auf den richtigen Weg eingebogen. Was ist richtig? Wohl zu versuchen, das Ziel zu erreichen, und das habe ich.
→ weiterlesenMalans
Hier sind schon viel mehr Bäume in Blüte, zwischen den Weinreben etliche Löwenzahnblüten und bereits Kühe, Ziegen und Gebimmel auf Weiden. Lange Strecken durch Wald. Der Wind streift die Baumkronen, man hört ihn, fühlt ihn aber nicht. Vogelgezwitscher und Vogelrufe. Wer hat gerufen? Der Himmel bewölkt, noch viel Braun. In Sichtweite verschneite Berge. Dennoch, wenn man auch in dieser Jahreszeit wandert, ehrt man die Schöpfung, denke ich.
18. April 2021, 18,1 km, 3 h 48 min, 380/260 Hm
A la riva dal Rom
So, der Fluss und verschneite Berge. Unglaublich viel Stille, abgesehen vom Knirschen der eigenen Schritte auf dem Schnee und dem mehr oder weniger lauten Gurgeln des Rom.
17. April 2021, 19,3 km, 4 h 34 min, 120/520 Hm
Most na Soči
Wenn mich jemand fragen würde, wie Kozmerice im Mai aussieht, würde ich sagen: grün. Unzählige von Grün. Vermutlich fällt es auf, weil man daheim, gefangen im Alltag, keine Augen hat für das Grün um Chur. Man sieht nur den Bus auf dem Weg zur Arbeit, darin die immer gleichen Gesichter. Die Berge bestaunt man aus der Ferne, hier war man wandern.
→ weiterlesenWarum Namibia?
Ababis. Eine echte namibische Farm mit Rinderzucht und wilder Zebraherde. Wir faulenzen auf der Veranda, lauschen dem Vogelgezwitscher und beobachten die Eidechsen, die über den Steinboden huschen. Drei dickliche amerikanische Girlies in Hotpants und Flipflops treffen ein. Der Chauffeur lädt die Koffer aus dem klimatisierten Kleinbus. Man entdeckt uns: «Hi, how are you? Have you been to Etosha?» – Nein, und wir fahren auch nicht hin. – Verständnislose Blicke.
Ababis Guest Farm, Namibia, 10. bis 13. September 2018
Im Tal des Todes
Da liegt es also, das Deadvlei. Umgeben von riesigen, leuchtend orangen Sanddünen unter dem tiefblauen Wüstenhimmel. Die weisse Fläche erscheint von weitem wie schmutziger Schnee, beim Näherkommen entpuppt sie sich als steinharte, rissige Salzkruste. Schwarze Baumstrünke ragen hervor, ausgedörrt, tot. Lebendig sind hier nur die Farben. Gibt es auf dieser Erde ein surrealeres Bild?
Deadvlei, Namibia, 11. September 2018








