Zeitempfinden

Ein Termin hat uns nach Giessen und zurück gebracht. Stundenlanges Fahren. Hin auf der Autobahn, schliesslich möchte man zu einem bestimmten Zeitpunkt ankommen, zurück auf der Landstrasse, mit einer Übernachtung in Marktheidenfeld. Die Hinfahrt erfolgt unter grauem Himmel und Regen, monoton, entlang der grauen Strasse. Abwechslung bringt Musik, passend zu dem verregneten Herbstwetter Klänge von Eleni Karaindrou, The Weeping Meadow. Die Klänge entführen mich, sie nehmen mich mit in das Gewesene, das vor etlichen Jahren Erlebte.

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Das Getöse der Kleingeister

Im Rückblick auf unsere Rundreise sei mir noch eine kleine politisch-historische Einlassung erlaubt.

Heutzutage feiert man in Europa die offenen Grenzen und den freien Reiseverkehr, und das zu Recht. So neu ist diese Errungenschaft allerdings nicht. In grossen Teilen Mittel- und Südosteuropas gab es das schon vor gut 100 Jahren. Unsere Reisestationen Linz, Pressburg, Budapest, Kronstadt, Sarajevo, Trogir oder Triest, die heute in sieben verschiedenen Staaten liegen, gehörten damals alle zur Österreichisch-Ungarischen Monarchie.

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Schnee am 1. Oktober

Eine Zweitageswanderung mit Übernachtung auf der Lötschenpasshütte war geplant. Der frühe Schnee hat dieses nicht beachtet und 70 cm seiner weissen Pracht auf den höheren Berglagen abgelegt. Ein Reinhold Messner hätte vermutlich mit einem Lächeln die Tour bewältigt und vor dem Abendessen noch einen kleinen Schneemann gebaut. A. mit ihrer kleinen Frauengruppe hat klugerweise die Finger davon gelassen.

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Roadtrip ins Land der Diebe und Gespenster

Nun liegt unsere dreiwöchige Rundreise mit dem Hauptziel Kronstadt also hinter uns.

Schon vor über zwei Jahren hatten wir uns eine Fahrt in S.’ alte Heimat vorgenommen, wobei wir die recht weite Strecke mit Zwischenstopps in sehenswerten Städten verbinden wollten. Es war schon alles geplant und gebucht, aber die Pandemie machte uns einen Strich durch die Rechnung.

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Wieder zuhause

Trotz reichlichem, regionalem, leckerem Frühstücksangebot machen wir uns bald auf. Chur ruft mit lauter Stimme.

Es geht Richtung Meran und durch den Vinschgau mit Tausenden von Apfelbäumen. Die Früchte leuchten gelb und rot, es ist Erntezeit. Kleine, sehr schmal gehaltene Traktoren mit Hänger sind beladen mit grossen grünen Kisten voller Äpfel. Teilweise sind die Kisten so hoch gestapelt, dass man sich wundert, wie Kurven gemeistert werden können. Der Autoverkehr auf den eher schmalen Strassen ist enorm, das würde mich davon abhalten, hier logieren zu wollen. Die Landschaft ist sehr hübsch; hat man jedoch den Eindruck, einen Apfel erstmal mit einer Pferdebürste von Abgasen reinigen zu müssen, so trübt das das Erleben.

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Auf nach Trient!

Zum Frühstück in Triest sitzt man im wohl ehemaligen Esszimmer dieser ehemaligen, grossen Stadtwohnung, welche nun unterteilt als Bed and Breakfast dient. Altes, knarrendes, in Muster gelegtes Parkett, Decke mit Stuck und Lüster. Auf den fünf runden Tischen stehen Kärtchen mit dem Namen des jeweiligen Zimmers, Ordnung muss sein. Das Schönste an diesem Zimmer jedoch ist das Licht. Es durchflutet den Raum durch vier grosse Fenster, zwei zum Meer hin, zwei Richtung Stadt, das Fensterglas ist alt, die Sicht wird leicht verzerrt. Die Kehrmaschinen sind unterwegs, die Boote liegen in voller Morgensonne. Trotz vieler selbstgemachter Leckereien hält sich unsere Verweildauer am Tisch in Grenzen. Die anderen Gäste sind alles Deutsche, und das hemmt unsere Unterhaltung, jeder kann jedes Wort hören und verstehen. Etwas zu wenig intim für unseren Geschmack.

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Caffè degli Specchi a Trieste

Triest. Ein Zimmer in der zweiten Etage eines grossen, schönen Stadthauses mit Blick auf den Turm der ehemaligen Fischmarkthalle. Kein Aufzug, sondern ein beeindruckendes Treppenhaus mit niedrigen Stufen, in welchem das Licht zu früh ausgeht, wenn man im ersten Stock nicht erneut den Schalter betätigt. Fussläufig zur Piazza dell’Unità mit ihren imposanten Gebäuden. Ein Viereck, dessen eine Seite zum Meer hin offen ist.

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Buffet im Hotel Miramare

Frühstück im Brown Beach House gibt es auf der Terrasse, das heisst draussen. Es ist unüblich kühl für die Jahreszeit, wurde uns bereits gestern mitgeteilt. Die Winterküche ist noch nicht eingerichtet, also draussen tapfer seinen Kaffee trinken. Die meisten Gäste sind viel zu dünn angezogen, wir haben Kleidung für fast alle Klimazonen dabei und erfrieren nicht. Das Angebot an Leckereien ist gross und schön anzusehen. Das lässt manch einen die Treppen vergessen, welche zu den Tischen führen. Es wird gestolpert oder hingefallen, mit kleinen Schäden. Wir sind natürlich aufmerksamer …

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Die Brücke von Mostar

Wir sind unterwegs nach Trogir, also Richtung Adria, nach Kroatien. Es bietet sich an, unterwegs die Brücke von Mostar zu besuchen. Erbaut 1566, zerstört im Krieg 1993, wieder aufgebaut 2004, denn sie galt immer als Verbindung zwischen Ost und West, zwischen muslimischen und katholischen Bewohnern, und heute gehört sie zum Unesco-Weltkulturerbe. Die Landschaft auf der Strecke dorthin ist auffallend schön. Die Strasse führt durch das Dinarische Gebirge und lässt staunen.

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